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Agentic Commerce: Trillion-Dollar-Business oder überzogener Hype?

Agentic Commerce: Trillion-Dollar-Business oder überzogener Hype?

Autonom shoppende KI-Chatbots gelten als möglicher nächster großer Absatzkanal, Agentic Commerce genannt. McKinsey rechnet mit bis zu fünf Billionen US-Dollar B2C-Umsatz, der 2030 über sogenannte agentische Transaktionen abgewickelt wird. Große Handelskonzerne wie Otto, Zalando und Amazon bereiten sich bereits vor. Doch wie realistisch ist dieses Szenario tatsächlich – und was bedeutet es für den deutschen Mittelstand?

Was bedeutet Agentic Commerce?

Bei Agentic Commerce wickeln autonome KI-Agenten Kaufprozesse im Auftrag von Nutzenden ab: Präferenzen analysieren, Produkte suchen, Angebote vergleichen und im Idealfall die Transaktion direkt ausführen. Dabei gibt es unterschiedliche Automatisierungsgrade, vom vollständig eigenständigen Kauf bis zum Modell „Human in the Loop“, bei dem die KI lediglich vorbereitet und der Kauf erst nach Freigabe erfolgt.

Wer treibt die Entwicklung voran

Mehrere große Player positionieren sich aktuell im Feld:

OpenAI stellte mit Stripe das Agentic Commerce Protocol vor, reduzierte den Fokus inzwischen aber wieder auf Produktempfehlungen statt direktem Checkout.

Google treibt mit dem Universal Cart und dem offenen Standard UCP die umfassendste Agentic-Commerce-Initiative voran, unter anderem gemeinsam mit Shopify, Etsy, Amazon, Meta und Microsoft.

Zahlungsdienstleister wie Mastercard, Visa und Paypal arbeiten an sicheren Zahlungswegen für KI-Agenten, etwa über Budget-Limits und Transaktionskontrolle.

Zurückhaltung bei den Händlern

Trotz der großen Ankündigungen bleibt die Reaktion aus dem Handel verhalten. Zalando sieht in Agentic Commerce vor allem „einen potenziellen Weg, neue Kunden zu erreichen“, rechnet aber nicht mit großen Umsatzverschiebungen, insbesondere in der Mode, wo Kaufentscheidungen individueller ausfallen als etwa bei technischen Produkten. Kritische Stimmen aus der Branche gehen sogar davon aus, dass der überwiegende Teil des aktuellen Hypes nicht der tatsächlichen Marktentwicklung entspricht.

Ein zentraler Kritikpunkt: Händler geben mit einem KI-Agenten als Vermittler den direkten Zugang zu ihren Kundinnen und Kunden ab. Wer in den Aufbau eigener Marken und Shops investiert hat, sieht darin eher ein Risiko als eine Chance.

Was schon heute funktioniert

Unabhängig vom großen Zukunftsszenario zeigen erste Zahlen, dass KI-gestützte Produktsuche bereits messbaren Nutzen bringt. Der Otto-Shopping-Bot verzeichnet einen im Schnitt 37 Prozent höheren Bestellwert gegenüber der klassischen Suche. Werbetechnologie-Anbieter berichten von deutlich besseren Konversionsraten bei KI-generiertem Traffic gegenüber klassischer Suche.

Fazit

Agentic Commerce dürfte den Online-Handel eher erweitern als ersetzen. Statt eines abrupten Umbruchs zeichnet sich eine schrittweise Entwicklung ab: KI-gestützte Produktsuche und -beratung wachsen bereits heute messbar, vollautomatisierte Käufe ohne menschliche Freigabe bleiben vorerst die Ausnahme. Für Unternehmen lohnt sich ein Blick auf saubere, KI-lesbare Produktdaten – unabhängig davon, wie schnell sich der große Trend am Ende tatsächlich durchsetzt. Cool Services beobachtet die Entwicklung im Bereich Agentic Commerce und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Produktdaten zukunftsfähig aufzubereiten.

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